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Azubis der Walter Wurster GmbH bauen Zeppelin-Originalstreben nach

Zeppelin-Konstruktion nachgebaut

„Die Grundkonstruktion war auch aus heutiger Sicht genial“, bestätigt Dieter Wurster, Geschäftsführer der Walter Wurster GmbH in Leinfelden-Echterdingen. Anlässlich der Erinnerungsfeiern zum Zeppelin-Unglücks vom 5. August 1908, als das Luftschiff LZ4 des Grafen Ferdinand Zeppelin in Echterdingen verbrannte, bauen zwei Auszubildende des Echterdinger Unternehmens die originale Gitterkonstruktion nach. Die ersten Meter wurden anlässlich eines dreitägigen Festes Ende Juli fertig gestellt. Als Vorlage wurde das einzige erhaltene Originalstück eines Hamburger Sammlers eingeflogen. Nach ausgiebiger Begutachtung durch die Auszubildenden verschwand es wieder im Tresor.

Eingeflogenes Originalteil liegt im Tresor
Aus Aluminiumröhren mit einem Millimeter Wandstärke werden Winkel sowie U- und Längsschienen gefertigt und zu der genialen Gitterkonstruktion verarbeitet. Dazu werden die Aluröhren abgelängt, geknickt, gequetscht und vernietet. Alles sind sehr personalintensive Arbeiten. „Trotz der modernen Maschinen, die wir heute einsetzen können, ist das ein schwieriges Unterfangen“, betont Hansjörg Auch-Schwarz, einer der Auszubildenden bei Wurster. Etwa 14 Tage hat der angehende Industriemechaniker zusammen mit seinem Ausbildungskollegen Julian Eberhardt an dem etwa 1,50 Meter langen ersten Nachbauteil gearbeitet. Insgesamt werden rund 25 Meter der Alu-Röhren-Konstruktion in 2-3-Meter-Stücken für das Heimatmuseum nachgebaut. Museumsleiter Wolfgang Haug wird damit ab September eine Zeppelininstallation im Rahmen einer Dauerausstellung errichten.
Am 5. August 1908 musste Graf Zeppelin, der mit seinem Luftschiff LZ4 in Europa auf – heute würde man sagen: Promotion-Tour – unterwegs war, aufgrund eines Motorschadens in Echterdingen notlanden. Von Gottlieb Daimler, der die Luftschiffmotoren gebaut hatte, erhoffte er sich Hilfe. Als ein Gewitter einsetzte und eine Sturmböe das Luftschiff gegen einen Apfelbaum schleuderte, entzündete sich der Wasserstoff und der Zeppelin verbrannte vollständig. Eine beispiellose Spendenaktion, die von den geschätzten 40.000–100.000 Schaulustigen ausging und über ganz Deutschland schwappte, brachte schließlich sechs Millionen Reichsmark zusammen. Damit konnte der Graf seinen Lebenstraum bis zum Unglück von Lakehurst 1937 fortführen. Zum Dank hat der Graf sein gesamtes Vermögen in die 1908 gegründete Zeppelinstiftung eingebracht, die heute mit geschätzten sechs bis acht Milliarden Euro die kapitalstärkste Stiftung in Deutschland ist und gemeinnützige sowie mildtätige Projekte einrichtet und fördert.

Sicherheit für Banken, Botschaften und Stadien
Die 1947 gegründete Walter Wurster GmbH fertigt seit 1967 Durchreichen und Geldschleusen. Unternehmen, Banken, Hochsicherheitstrakte und auch Botschaften in aller Welt setzen die Produkte der Schwaben ein, denn sie halten Feuer und Beschuss stand. Für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland haben die Schwaben außerdem die Fußballarenen Hamburg, München und Stuttgart mit Kartenschaltern ausgestattet. Mehr als 50 Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende, erwirtschaften am Standort Leinfelden-Echterdingen einen Jahresumsatz von rund 6,5 Mio. Euro.

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